Hape Etzold

 
Hans-Peter, kurz Hape, Etzold. Eigentlich bin ich Friedensaktivist. Die Folgen von Gewalt, Krieg und Nationalismus habe ich noch hautnah erlebt in Form traumatisierter Eltern. Mein Vater ist doppelter Flüchtling und hat zwei Mal in Folge der NS-Kriegspolitik seine geliebte Heimat verloren. Meine Mutter ist als Baby im zerbombten Stuttgart verlassen worden.
Daher kenne ich ein bisschen die Vergangenheit und habe daraus gelernt. Nur die Europäische Union hat diesem geschundenen Kontinent Europa Frieden, Stabilität und Wohlstand gebracht. Außerhalb der EU leiden auch in Europa Menschen unter Unrecht, Gewalt und Elend.

Deshalb kämpfe ich mit jeder Faser meines Herzens für eine starke solidarische demokratische und einige Europäische Union. Nur zusammen haben wir Europäer eine Chance auf Einfluß in der Welt und Gewicht gegen egoistische militärische und wirtschaftliche Supermächte.

Ich streite für ein Europa von unten, ein Europa für alle - nicht nur der Spitzenpolitiker und der Intellektuellen. Der Schlüssel für dieses Europa von unten sind für mich engere Beziehungen zwischen Franzosen und Deutschen.

Europa dürfen wir nicht nur den Berufspolitikern überlassen. Europa ist unsere gemeinsame Zukunft. Nur so hat eine alternde und schrumpfende Bevölkerung die Chance, wirtschaftlich und technologisch Schritt zu halten. Für uns Deutsche ist es zum Beispiel sehr wichtig, dass auch griechische Schülerinnen und Schüler eine optimale Bildung und Ausbildung erhalten. Heute suchen gerade deutsche Unternehmen gut ausgebildete und motivierte junge Menschen.

 
Auch Menschen aus ärmeren Ländern sollen die Möglichkeit haben, ihr Talent voll auszuspielen und zu erarbeiten - für eine eigene bessere und gesündere Zukunft und von uns allen.

Als Schüler und Student war ich politisch außerhalb und in einer Partei (SPD) sehr aktiv. Lange Jahre habe ich danach gedacht, dass Europa nur eine Sache der Berufspolitiker ist und schon irgendwie vorwärts läuft. Diese bequeme Illusion hat sich für mich mit dem Brexit, der Zerstörung der Demokratie in Ungarn und Polen und dem Erstarken der nationalistischen Bewegungen in Europa erledigt. Es ist Zeit zu handeln.

Und zwar nicht nur Fähnchen schwenken und Reden halten, sondern konkrete Projekte anstoßen und tun, die meine eigenen und nationale innere und äußere Grenzen überspringen helfen.